In den 70er Jahren entwickelte sich der Tennissport in Deutschland zu dem, was es noch heute ist - eine interessante Sportart nicht nur für einen kleinen elitären Kreis aus Akademikern, Reichen und Neureichen, sondern auch für die breite Masse, für Jung und Alt.

Dies wird durch eine Vielzahl von Vereinsgründungen in dieser Zeit belegt. Auch einige Atzbacher hatten diese Entwicklung verinnerlicht, machten Tennis zu ihren Hobby und gingen diesem auf Plätzen außerhalb, z.B. in Katzenfurt, nach. Anfang 1976 fanden erste Überlegungen statt, im Heimatort selbst auf eigenem Gelände Tennis zu spielen und den Lieblingssport auch anderen Atzbacher Bürgern zugänglich zu machen. Treibende Kräfte dabei waren Alfred König, Günther Leitner und Helmut von Schoeler, die im September 1976 einen ersten Aufruf zum Tennissport im Mitteilungsblatt der Gemeinde Lahnau starteten, woraufhin sich über 80 Personen telefonisch ihr Interesse bekundeten. Einen Monat später wurde per Mitteilungsblatt zu einer Gründerversammlung für einen Tennisverein geladen.

Diese fand dann am 13. November 1976 statt. Zunächst wurde, um den Verein funktionsfähig zu machen, ein fünfköpfiger Vorstand (1. Vorsitzender Helmut v. Schoeler, 2. Vorsitzender Günther Leitner, 3. Vorsitzender Alfred König, Kassenwartin Karola Thomae und Schriftführer Ingo Dienstbach) gewählt. Seine Aufgaben bestanden zunächst darin, eine Satzung zu erarbeiten, den neu gegründeten Verein ins Vereinsregister einzutragen und ein geeignetes Gelände für vereinseigene Tennisplätze zu finden. Während es mit der Eintragung ins Vereinsregister keine Probleme gab (erfolgte am 21. Dezember 1976), brachte die Geländebeschaffung einige Probleme mit sich. Immer wieder wurden den engagierten Neugründern die politischen Rahmendinge zum Verhängnis.

Ein Stein nach dem anderen wurde ihnen in den Weg gelegt. Deshalb musste man sich in der Zeit bis zum Bau der eigenen Anlage mit Notlösungen begnügen und ging seinem Hobby auf dem Kunststoffplatz hinter der Atzbacher Schulturnhalle oder in einer Halle in Heuchelheim, zeitbegrenzt genutzt werden konnten, nach. Erste Schritte zum Erwerb eines Geländes für die Tennisanlage wurden bereits vor der eigentlichen Vereinsgründung unternommen. Auf den von Alfred König, Günther Leitner und Helmut v. Schoeler gestellten am 25. Oktober 1976 gestellten Antrag auf Bereitstellung einer entsprechenden Fläche an die Gemeinde folgte am 13. Dezember 1976 ein Angebot eines 2500 Quadratmeter großen Gründstücks in der Flur "Am Rühling", das aber wegen der zu hohen Kosten abgelehnt wurde.

Im April 1977 kaufte der Vorstand ohne Zustimmung der Mitglieder ein Stück Land in der Flur "Auf dem Mühlschurz", musste aber verdauen, dass eine Voranfrage an das Stadtbauamt betreffs Baumöglichkeiten negativ beschieden wurde, weil das Grundstück im Landschaftschutzgebiet mit entsprechend strengen Bauauflagen lag. Aber der TCA gab nicht auf und kaufte ein benachbartes Grundstück. Am 11. Mai 1978 wurde dann der Bauantrag zur Errichtung von drei Tennisplätzen auf dem nun deutlich erweiterten Gelände gestellt, der am 24. August des gleichen Jahres mit einigen, allerdings erfüllbaren Auflagen, endlich bewilligt wurde. Die Kosten für den Bau der Anlage beliefen sich auf insgesamt rund 160.000 Mark, die auch bei noch so großer Eigenleistung einen Kredit erforderten. Fünf Vereinsgründer lag der Verein dermaßen am Herzen, dass sie als Bürgen fungierten. Dank ihnen wurde der Kredit bewilligt, und die wesentlichen Kosten konnten abgedeckt werden. Mittten in den Bauarbeiten, die ersten Planierarbeiten waren gerade beendet, wollte ein Grundstücksnachbar dem TCA einen weiteren Stein in den Weg legen und erzwang einen Baustopp. Aber auch dieses Problem konnte aus dem Weg geräumt werden, denn der Verein kaufte dem wütenden Widersacher sein Grundstück, leider zu einem regelrechten Wucherpreis, ab. Es konnte also weiter gehen.

Am 16. Februar 1979 konnte der Vorstand in der Generalversammlung stolz verkünden: "Als wir vor einem Jahr hier an dieser Stelle saßen, hatten wir noch gar nichts, außer dem Willen, eine Tennisanlage zu bauen. Jetzt haben wir sie!". Auf einer Fläche von 5670 Quadratmetern waren drei Tennisplätze und das "nötige Drumherum" entstanden, was nicht ohne die 658 Arbeitstunden, die die 38 Mitglieder geleistet hatten, geschafft worden wäre. Ab dem 1. Mai 1979 konnte auf den vereinseigenen Sandplätzen Tennis gespielt werden. Mit dem Bau von drei bespielbaren Tennisplätzen war zwar ein großer Schritt getan, aber natürlich war die Anlage damit noch nicht komplett. Zwingend notwendig waren eine Unterstellmöglichkeit bei schlechtem Wetter, Duschen und sanitäre Anlagen. Dies alles konnte ein alter Bauwagen, der dem TCA zur Verfügung stand und so umgestaltet wurde, dass er wenigstens als "Umkleidekabine" genutzt werden konnte, nicht bieten.

Also entschloss man sich, den Bau eines Clubhauses in Angriff zu nehmen. Als Grundlage diente eine von einem Lahnauer Unternehmen günstig erworbene abgebaute Lagerhalle aus Holz, die nach der am 4. Juli 1980 erteilten Baugenehmigung zügig auf- und ausgebaut wurde. Die Generalversammlung im darauffolgenden Jahr konnte erstmals im eigenen Clubhaus mit kompletter Inneneinrichtung abgehalten werden. Sechs Jahre später war dank eines Anbaus auch die Unterbringung von Toiletten, Umkleidekabinen und Duschen im Clubhaus realisierbar. Im Laufe der Jahre wurde am Clubhaus schrittchenweise weitergearbeitet, um es zu dem zu machen, was es heute ist - ein schöner, gemütlicher Ort, der ein Vereinsleben überhaupt erst möglich macht. So wurde z.B. immer wieder an der Inneneinrichtung gebastelt, eine Telefonleitung und Kabelanschlüsse für Radio und Fernsehen gelegt, eine Bilderwand eingerichtet, eine neue Theke gebaut, eine neue Küche gekauft und vieles mehr. Zudem wurden durch die Mithilfe der Gemeinde die heutige Zufahrt zum Tennisgelände, die zwischenzeitlich über einen Feldweg hinter den Plätzen erfolgen musste, sowie der sich anschließende Parkplatz hergerichtet. Inzwischen wurde durch den im letzten Jahr angelegten Weg neben der Straße nach Kinzenbach auch der Zugang für Fußgänger erleichtert. 1987 wurde dann sogar ein vierter Platz, und zwar neben Platz drei, errichtet. Eine Maßnahme, die zwingend notwendig war, um den damals noch wachsenden Mitgliederzahlen und dem daraus resultierenden Aufkommen von immer mehr Medenmannschaften nachzukommen.

Auch was die Flächen zwischen den Tennisplätzen betrifft, wurden im Laufe der Jahre einige Veränderungen vorgenommen. So wurde z.B. die Treppe zu den obenliegenden Plätzen erneuert und die "Zuschauerterrasse" vor Platz 3 und 4 verschönert. Zudem wurden einige Grünflächen von altem "Balast" befreit und neu bepflanzt. Auch dies alles geschah wieder mit der tatkräftigen Mithilfe der Mitglieder, die mehrere tausend Arbeitsstunden investierten und jede Menge Einsatzwillen bewiesen. Nach längerer Anlaufzeit konnte also ab 1. Mai 1979 endlich auf der vereinseigenen Anlage Tennis gespielt werden. In den beiden Jahren zuvor hatte man sich ja schon auf dem Tartanplatz hinter der Schulturnhalle, wo auch die ersten Clubmeisterschaften 1977 stattgefunden hatten, und in der Heuchelheimer Sporthalle "warmgespielt".

Aber nun konnte es richtig losgehen - keine zeitlichen Befristungen mehr, kein Platzmachen für andere Vereine mehr, keine Gebühren mehr. Dafür aber ein regelrechter "Run" auf die Plätze und die Trainerstunden, denn alle Mitglieder waren jetzt heiß auf Tennis, auch die seit ihrem Eintritt noch immer keinen Schläger angefasst hatten (unvorstellbar, wenn man bedenkt, dass die Gründung schon fast drei Jahre her war!). Das brachte natürlich auch so seine Schwierigkeiten mit sich. Weil Trainer fehlten, stellten sich die erfahreneren Mitglieder als Lehrer für die anderen zur Verfügung. Zudem gab es immer wieder Ärger, weil manche Tennisverrückten meinten, sie müssten die Plätzen stundenlang für sich alleine in Anspruch zu nehmen. Allmählich legte sich aber der (An-) Sturm (auf die Plätze), und es kehrte die vielzitierte Ruhe danach ein. Kaum waren die neuen Plätze eingeweiht, wurden schon die drei Bereiche, die auch heute noch die Grundpfeiler des sportlichen Treibens im TCA bilden, eingeführt: Clubmeisterschaften, Ranglistenspiele und Medenrunde.

Die ersten Clubmeisterschaften auf eigener Anlage wurden gleich 1979 durchgeführt. Und auch das Ausspielen einer Rangliste wurde in Angriff genommen. Schließlich wollte jeder wissen, wo er steht. Denn schon im darauffolgenden Jahr, sollte die erste Mannschaft für die Medenrunde gemeldet werden, was dann auch klappte. Es war, wie sollte es auch anders sein, eine Herrenmannschaft, hauptsächlich bestehend aus den Gründungs-mitgliedern. Aber die Damen ließen sich nicht lumpen und konnten bereits 1981 nachziehen und ebenfalls eine Mannschaft stellen. Bei den Jugendlichen, die breits seit 1981 eigene Clubmeisterschaften ausrichteten, dauerte es noch bis 1986, bis Mannschaften in die Medenrunde geschickt werden konnten. Es sollte jedoch erwähnt werden, dass einige junge Talente wie Gerd Mattern, Thomas Kermer, Markus Schäfer und Nicoline Mattern, die bei Kreismeisterschaften und Turnieren schöne Erfolge gefeiert hatten, aufgrund ihrer Spielstärke schon ältere Mitglieder überholt und in den Aktivenmannschaften mitgespielt hatten.

Die ersten Clubmeisterschaften des TC Atzbach fanden bereits 1977, damals noch auf den Kunststoffplatz an der Sporthalle statt. Ermittelt wurden die Titelträger in den Kategorien Herren-Einzel, Herren-Doppel, Mixed und Damen. Im Jahr darauf fielen die Clubmeisterschaften dem Bau der Tennisanlage zum Opfer, aber 1979 konnte es weiter gehen, und zwar endlich auf den eigenen Sandplätzen. Wie eigentlich zu erwarten war, siegten jeweiligen "alten Hasen", die schon länger Tennis spielten und die die Vereinsgründung vorangetrieben hatten. Die ersten Clubmeister auf eigener Anlage wurden: Alfred König im Herren-Einzel, Regina Leber im Damen-Doppel, Günther Leitner/Alfred König im Herren-Doppel, Heidrun und Alfred König im Mixed und Stefanie von Schoeler/Ingrid Werner in der neu eingeführten Kategorie Damen-Doppel. In den FolgeJahren erfreuten sich die Clubmeisterschaften immer größerer Beliebtheit.

Und auch heute, trotzdem das Interesse wieder ein wenig zurückgeht, nehmen noch viele Mitglieder an ihnen teil, was sicher auch darauf zurückzuführen ist, dass im Laufe der Zeit immer mehr Kategorien dazu kamen, und man sich heutzutage z.B. als Fünfzigjähriger nicht mehr mit fünfzehnjährigen, mehrmals in der Woche trainierenden Talenten messen muss. So wurde 1988 zum ersten Mal die Sieger im Herren-45-Einzel- und -Doppel ermittelt. 1994 wurde das Damen-40-Doppel eingeführt, ein Jahr später folgte das Damen-40-Einzel und noch ein Jahr später sogar das Mixed 40. Bei den Herren wurde 1999 die Altersgrenze passend zur Einteilung, die in der Medenrunde unternommen wird, um fünf Jahre herunter gesetzt. Mit dem vierzigsten Geburtstag hat man es also geschafft und kann Senioren spielen. Seit letztem Jahr gibt es eine weitere Kategorie. Erstmals wurde 2000 eine Herren-50-Clubmeister ermittelt. Die Entwicklung der Clubmeisterschaften über die Jahre hinweg (wie auch die Meldungen von Medenmannschaften) zeigt ganz gut, wie es um die Altersstruktur in unserem Verein bestellt ist.

Die Mitglieder, die den sportlichen Wettkampf suchen, werden eben auch älter. Und weil es eben so viele sind, brauchen und wollen sie auch ihre eigenen Kategorien. Denn Tennis kann man ja bekanntlich bis ins hohe Alter spielen, nur hat man vielleicht nicht unbedingt immer Spaß daran, sich mit den "Jungen Wilden", die es, wenn auch weniger stark vertreten, natürlich auch noch gibt, zu messen. Allerdings krankt es massiv an der Jugend. 1981 erstmals ausgetragen, erfreuten sich auch die Clubmeisterschaften der Jugendlichen immer größer werdender Beliebtheit. Aber in den letzten Jahren ist das Interesse immer geringer geworden, schon mehrmals mussten sie mangels Teilnehmer abgesagt werden. Auch das deutet wieder auf die Altersstruktur hin. In den letzten jahren kommt einfach nicht mehr so viel nach wie vielleicht noch am Anfang, als die Jugend (s. Thomas Kermer, Gerd und Nico Mattern) die "alten Hasen" so langsam ablöste. Bleibt zu hoffen, dass die guten alten Clubmeisterschaften nicht irgendwann nur noch in den Kategorien Herren 80 und Damen 70 ausgetragen werden, sondern auch all die anderen Altersstufen darunter noch vertreten sind.

Seit 1980 nimmt der Tennisclub Atzbach an der Medenrunde teil. Damals war es nur eine Herrenmannschaft, die die in Wettbewerben gegen andere Vereine bewies, dass in Atzbach Tennis gut gespielt wird. Das Team bestehend aus Alfred König, Joachim Neiß, Prof. Dr. Wolfgang Leber, Günther Leitner, Wilfried Rauch, Helmut von Schoeler, Dr. Hans-Jürgen Funke und Gerd Mattern schlug sich im ersten Jahr im Kreis B hervorragend und verpasste nur knapp den Aufstieg in die nächsthöhere Klasse Kreis A. Dies klappte erst im nächsten Jahr. Zudem bestritten 1981 eine weitere Herrenmannschaft und eine Damenmannschaft Medenspiele. Von da ging es stetig bergauf.

Immer mehr Mitglieder drängten in immer mehr Mannschaften und waren immer erfolgreicher. Heute ist der Verein stolz, dass er mit zwölf Aktiven-Mannschaften, wobei die Herren seit diesem Jahr in einer Spielgemeinschaft mit dem Nachbarn TV 05 Waldgirmes antreten, mehr Teams in die Medenrunde schicken kann, als so manch großer Verein. Und umso stolzer ist mann, dass diese Mannschaften hochklassig wie nie spielen. Erstmals stellt der TCA mit den Herren 40 I eine Gruppenligamannschaft. Zudem spielen die Herren I in der Bezirksoberliga, genauso wie die Damen 40 I. Die Damen im Bezirk A und die die Herren II im Bezirk B komplettieren das Kontingent an Teams, die höher als Kreisklasse spielen. In der Kreisklasse A spielen die Herren III+IV, die Herren 40 II und die Herren 50 I. Im Kreis B spielen die Damen 40 II, die Herren V und die Herren 50 II. Dass es bei so vielen Mannschaften und nur vier Plätzen des öfteren zu Engpässen bei Heimspielen und Training kommt, ist einleuchtend. Aber das ist eben der Preis, den der zahlen muss und den er natürlich auch gerne bezahlt. Außerdem ist bisher noch jedes Medenspiel über die Bühne gegangen und jeder Streit um Trainingszeiten beigelegt worden.

Die erfolgreichste Medenrunde der Vereinsgeschichte war im Jahr 2000. Die Medenrunde 2000 wird vielen TCA-Medenspielern wohl ewig in Erinnerung bleiben. Nicht nur, dass keine der zehn angetretenen Mannschaften absteigen musste war sehr erfreulich. Gleich fünf Teams holten den Meistertitel und stiegen in die nächsthöhere Spielklasse auf. Erstaunlicherweise schafften alle Mannschaften, die auf Bezirksebene spielten den teils angepeilten, aber auch teils unerwartetn Aufstieg. Allem voran unsere Herren 40. Nach einer Niederlage gegen den TC Naunheim war die Meisterschaft in der Bezirksoberliga schon fast abgeschrieben. Aber nur ein paar mehr gewonnene Spiele, nach Matches und Sätzen war es ausgeglichen, reichten, um den Naunheimern doch noch den Titel wegzuschnappen. Damit hat der Tennisclub Atzbach jetzt erstmals in der Vereinsgeschichte eine Mannschaft in der Gruppenliga. Aber auch die erste Herrenmannschaft schlug sich hervorragend. Ohne Niederlage sicherten sie sich den Gruppensieg im Bezirk A und den damit verbundenen Aufstieg in die Bezirksoberliga. Auch das gab es noch nie, die Herren I haben noch nie so hochklassig gespielt. In der gleichen Klasse spielen seit ihren Meistertitel im Bezirk A auch die Damen 40, die sich auch in der Saison 2000 auf ihrem Durchmarsch nicht bremsen ließen. Völlig überraschend schafften sogar die Damen, die doch mit argen Personalsorgen zu kämpfen hatten, diese jedoch dank der Aushilfe der starken Damen 40 mildern konnten, den Aufstieg in den Bezirk A. Vielleicht kann man ja diesmal den Ruf des "Fahrstuhlteams" ablegen und einmal den Klassenerhalt schaffen.

Alle guten Dinge sind drei, denn es war bereits das dritte Mal, dass dieses Kunststück gelang. Aufsteiger Nummer fünf waren die Herren 50 I, die sich super-souverän den Meistertitel im Kreis B sicherten und jetzt im Kreis A spielen. Aber sicher nicht lange, denn dieses Team hat noch jede Menge Potenzial und sich erst einmal den Bezirk zum Ziel gesetzt. Nicht nur der Vollständigkeit halber sollte jedoch nicht unerwähnt werden, dass alle anderen Mannschaften ihre Spielklasse halten konnten. Die Herren II belegten Platz drei im Kreis A, die Herren III wurden Fünfter im Kreis B, die Damen 40 II waren am Ende Dritter im Kreis B und die Herren 50 II wurden zwar nur Letzter, konnten aber sowieso nicht absteigen. Bei den Herren 40 II im Kreis A wäre sogar fast noch der Aufstieg herausgesprungen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Natürlich hat auch der Tennisclub Atzbach mehr zu bieten, als nur Clubmeisterschaften, Ranglistenspiele und Medenrunde. Bei allem sportlichen Ehrgeiz, darf das Gesellschaftliche nicht zu kurz kommen. Dem Clubhaus als "Kommunikationszentrum" kommt dabei besonders große Bedeutung zu. Baldur Keil schrieb in der Festschrift zum zehnjährigen Jubiläum: "... nach beendetem Match bietet sich hier die Gelegenheit zum Fachsimpeln über eigene oder fremde Fehler oder über Tennis schlechthin. Und gehässige Stimmen behaupten, die schönsten und besten Spiele überhaupt fänden nur am heutigen Platz, womit die Theke gemeint ist, statt!". Auch wenn es inzwischen Platz fünf heißen müsste und es sicher schon auch das ein oder andere schöne und gute Spiel auf den "richtigen" Plätzen gegeben hat, so ist die Funktion des Clubhauses hier doch recht zutreffend beschrieben. Keine hitzigen Diskussionen, keine heißen Tänzchen, keine Freudengesänge, keine Saufgelage im positiven Sinn, keine Feiern und damit überhaupt viel weniger Spaß ohne das mit den Jahren immer schöner gewordene Clubhaus des Tennisclubs Atzbach. Auch wenn es in den letzten Jahren um das gesellige Beisammensein nicht mehr so gut bestimmt war wie kurz nach der Gründung, die die engagierten Mitglieder zusammengeschweißt hatte, das Clubhaus erfüllt diese Funktion noch immer. Auch was die organisierten Aktivitäten, die der Geselligkeit dienen sollen, betrifft, ist es etwas ruhiger geworden. Eine Tatsache, die sicher viele Mitglieder in letzter Zeit etwas bedauern. Einige denken vielleicht etwas melancholisch zurück an die Zeiten, in denen der TCA Sommerfeste oder Bälle im Bürgerhaus veranstaltete, gemeinsam Fußball oder Handball beim Ortssporttag spielte oder einfach Grillabende organisierte. Auch der ein oder andere Ausflug, z. B. zu einem Eiskrem-Hersteller, wurde unternommen. Davon ist leider nicht mehr viel übrig geblieben. Im Wesentlichen drei Dinge haben sich jedoch über die Jahre hinweg und besonders in letzter Zeit mehr oder weniger etabliert. Jedes Jahr wird ein sogenanntes "Saisoneröffnungsturnier" organisiert, was nicht unbedingt zur Vorbereitung auf die bevorstehende Medenrunde dienen sollte, sondern viel eher dazu, sich nach der Winterpause wiederzusehen, mal wieder so richtig miteinander zu "schnacken", und gemeinsam Spaß am gemeinsamen Hobby zu haben. Bei dem Jux-Turnier werden für jedes Match wieder neue Doppelpaarungen zusammen gewürfelt, so dass man immer wieder neue Spiel- und Gesprächspartner hat. Des Weiteren ist das "Sommerfest" (nicht mehr im Bürgerhaus, dafür aber auf der Anlage) bzw. der "Tag der offenen Tür" (wie es auch schon hieß) ein fester Bestandteil des Vereinslebens geworden, bei dem der Vorstand versucht neben den inzwischen üblichen Dingen wie Kaffe und Kuchen, Steaks und Würstchen sowie Tombola, besondere Highlights zu integrieren. So gab es unter anderem Dinge wie das Angebot, das Tennissportabzeichen zu machen, Kleinfeldtennis, Karaoke, Volleyball- oder Fußballtennis, Aufschlaggeschwindigkeits-Wettbewerb oder Modenschauen. Immer wieder gab es auch einen gebührenden Saisonabschluss. Dank des sportlichen Erfolges des TCA gab es eigentlich in jedem Jahr Anlässe zum Feiern und das Saisonabschlussfest hieß ganz schnell Aufstiegsfeier für die Mannschaft X. Irgend jemand fand sich immer, der sich dazu berufen sah, ein Fässchen zu geben und die Vereinsmitglieder zum Gläschen Bier (oder die Frauen eben lieber zum Fläschchen Sekt) einzuladen. Diese "Stützen des Vereinslebens" sind es, die die Mitglieder am ehesten anziehen und ein "organisiertes gesellschaftliches Beisammensein" ermöglichen. Aber natürlich gibt es auch Anlässe, die die Mitglieder spontan mitreißen. Nicht selten, dass nach einem erfolgreichen Medenspieltag am nächsten Tag plötzlich viele Autos auf dem Parkplatz standen, obwohl kein Mensch Tennis spielte (ob die Stimmung wohl so gut war, dass man zuviel dem Alkohol gefrönt und das Auto lieber stehen gelassen hatte?). Diese spontanen Feiern auf Platz fünf waren vielleicht nicht die besten und schönsten Spiele, aber auf jeden Fall sehr gute und schöne gesellschaftsfördernde Feiern. Der Tennisclub Atzbach muss einfach darum bemüht sein, wieder mehr Wert auf die Gesellschaft zu legen. Bei allem sportlichen Erfolg, den er in der Tat hatte, darf das nicht zu kurz kommen. Erfolg kann zwar auch zusammenschweißen, aber er ist bei weitem nicht alles in einem Verein. Natürlich ist dieses Bemühen nicht alleine Sache des Vorstandes bzw. Vergnügungsausschusses. Jedes einzelne Mitglied muss mithelfen und sich einbringen, damit es vielleicht wieder so gesellig wird wie anfangs. Das Motto "Gemeinsam sind wir stark!" sollte im Kopf jedes Mitglied verhaftet sein. Vielleicht muss man sich dann nicht mehr melancholisch an die Vergangenheit zurückdenken, sondern kann voller freudiger Erwartung in die Zukunft blicken, eine Zukunft in der sich sportlicher Erfolg und gemeinsamer Spaß vereinbaren lassen. Es darf also auch ruhig mal wieder gesungen und getanzt werden!